Diejenigen, die in den folgenden Zeilen Sinn, Spiel, Spannung oder Schokolade zu finden gedenken,
dürfen sich umgehend in den Feierabend begeben. Nichts dergleichen wird passieren. Die folgende Sendung ist lediglich
das Resultat einer Kombination folgender, verheerender Faktoren:
- Ich sitze im Flieger, habe gerade mein x-tes Buch fertig gelesen, mein Reisetagebuch unglückicherweise im Backpack
verstaut; dafür aber mein Netbook dabei.
- Die hintere, rechte Ecke meines Gehirn verursacht einen pulsierenden Schmerz, den ich ziemlich sicher als Verbaldruck
identifizieren kann.
- Unser Blog verfolgt mich bereits in meinen Träumen. Es schaut mich mit großen, traurigen Augen an und beklagt spürbaren
Liebesentzug.
Das Blog ist aber längst nicht der einzige Vertreter auf der Anklagebank. Freunde und Familie müssen sich seit Wochen mit gelegentlichen „Mir geht’s super, bin glücklich, gesund und gerade in xxx“ zufrieden geben. Die leeren Versprechen „in den nächsten Tagen ganz bestimmt mal wieder anzurufen“ quittierte meine Mama zuletzt mit der Anweisung mich bitte wieder etwas seltener zu melden, sie käme vor lauter Anrufen, Briefen, Postkarten und E-Mails von mir gar nicht mehr zum Arbeiten, Aufräumen oder Essen machen. Die konstruktive Ironie/liebevolle Zynik wird vor allem an der letzten, vermeintlich ausfallenden Tätigkeit sehr deutlich: Würde der Tisch zu Hause durch meine Schuld seltener oder dürftiger gedeckt, ließe mich das mein fortwährend hungriger Bruder mit Sicherheit umgehend wissen.
Euer Ehren, wenn ich kurz etwas zu meiner Verteidigung sagen dürfte?
In den letzten vier Wochen beispielsweise habe ich fast jeden der 28 Tage an einem neuen Ort, oder unter signifikantem Einfluß neuer Eindrücken verbracht. Nach Abzug von Schlaf- und Mahlzeit, sowie gelegentlichen Hygienepausen blieben im Durchschnitt keine 2 Stunden für anderweitige Beschäftgungen wie Kommunikation mit der Außenwelt oder Berichterstattung übrig. Ein kleines mathematisches Beispiel: In den vergangenen vier Tagen sind wir drei Mal geflogen, haben insgesamt 12 Stunden in der Luft und 2.5 Tage in Flughäfen verbracht. Aber Euer Ehren, dies wird sich nun ändern.
Wir haben beschlossen uns mehr Zeit fürs Nichtstun zu nehmen. Ort des Geschehens soll unser kleines Paradies Pulau Tioman sein. Die Dauer des Experiments wurde auf eine bis vier Wochen geschätzt.
Folgende Ziele wurden vereinbart:
- lesen
- schlafen
- schwimmen, schnorcheln, tauchen (?!)
- essen, trinken
- schreiben.
Also, ihr hört von uns.











































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